Von Mimese spricht man, wenn die Erscheinung (Phänotyp) seine Umgebung oder bestimmte Elemente der Natur nachahmt, um dadurch besonders unauffällig zu wirken. Dieser teilweise sehr detailreiche Tarneffekt minimiert die Gefahr von potenziellen Fressfeinden entdeckt und gefressen zu werden und erhöht damit die Überlebenschancen.
Mimese kann in einzelne Unterkategorien unterteilt werden. Hierbei spielt das nachgeahmte Element der Umgebung eine Rolle.
Bei dieser Form der Mimese werden nicht-lebendige Elemente des Lebensraum wie mineralische Untergründe nachgeahmt. Die sogenannten „Lebenden Steine“ (Lithops sp.) sind Pflanzen, ähneln in ihrem Erscheinungsbild jedoch Steinen. In ihrem afrikanischen Verbreitungsgebiet besiedeln sie insbesondere karge und trockene Stein-, und Kieswüsten.
Als wasserspeichernde Sukkulenten stellen sie hier eine ideale Nahrung für Fressfeinde dar. Im Laufe der Evolution hat sich das Erscheinungsbild der Pflanze deshalb Elementen der mineralischen Umgebung angepasst. Für Fressfeinde sind Lithops besonders abseits der Blütezeit nicht mehr von umliegenden Steinen zu unterscheiden.
Bei der „Phytomimese“ ähnelt das Erscheinungsbild des Lebewesens Pflanzenelementen, wie Blätter, Dornen, Ästen oder Rinde. Beispiel hierfür sind die sogenannten „Wandelnden Blätter“ (Phyllium sp.). Die pflanzenfressenden Insekten verschmelzen förmlich mit dem umliegenden Blattwerk ihres Lebensraumes.
Die nahezu perfekte Imitation eines Blattes wird zusätzlich noch mit interessanten Verhaltensmustern ergänzt. Bei leichtem Wind „wackeln“ Arten der Gattung Phyllium mit ihrem Hinterleib exakt so, als würde sich ein Blatt des Baumes im Wind bewegen. Potentiellen Fressfeinden ist es dadurch erschwert Wandelnde Blätter überhaupt im Blattwerk ausfindig zu machen.
Eine eher unbekannte und weniger verbreitete Form der Mimese ist die sogenannte „Zoomimese“, bei der nicht Pflanzen oder unbelebte Elemente der Umgebung nachgeahmt werden, sondern das äußere Erscheinungsbild eines anderen Tieres. Bei manchen sogenannten „Ameisengästen“ ist diese Art der Mimese verbreitet. Einige Kurzflüglerarten (Staphylinidae) leben in Ameisennestern, ernähren sich von deren Nahrungsresten, und genießen durch die sie umgebende Kolonie Schutz gegen Fressfeinde. Um von der Ameisenkolonie nicht als „Schmarotzer“ erkannt und beseitigt zu werden, sehen die „Gäste“ ihren „Wirten“ sehr ähnlich. Deutlich abzugrenzen und zu unterscheiden ist hier Mimikry. Da sich Zoomimese betreibende Arten „tarnen“, ist diese Art der Mimese nicht gleichzusetzen mit dem „warnenden“ Zweck des Mimikry.
Grundsätzlich basieren sowohl Mimese wie auch Mimikry auf dem Prinzip der Nachahmung. Durch selektiven Druck erhöht sich die Überlebenschance des Individuums, das durch zufällige Veränderungen seines Phänotyps einem bestimmten Element der Natur ähnelt, und dadurch bis zur Reproduktion keinem Fressfeind zum Opfer fällt. Diese Nachahmung ist jedoch klar zu differenzieren.
Während ein Lebewesen durch Mimese quasi mit seiner Umgebung verschmilzt und für potenzielle Fressfeinde möglichst unsichtbar bleibt, erzielt Mimikry einen genau gegenteiligen Effekt. Bei Mimikry wird der oftmals sehr auffällige Phänotyp eines Lebewesens nachgeahmt, das durch spezielle Abwehrmechanismen wie dem Einsatz eines schmerzhaften Giftstachels (Wespen) oder einer giftigen Schleimhaut (Pfeilgiftfrösche) auf potenzielle Fressfeinde eine abschreckende Wirkung hat. Durch Konditionierung erlernen Fressfeinde wie Vögel oder Reptilien eine wehrhafte Wespe nicht zu fressen. Schwebefliegen profitieren hierbei von dieser Konditionierung idem sie den Phänotyp der Wespe nachahmen und durch ihre auffällige Ähnlichkeit gleichenfalls von potentiellen Fressfeinden ignoriert werden, obwohl sie die Abwehrmechanismen der Wespe selbst nicht besitzen.
Mimikry beschreibt also die Imitation eines möglichst auffälligen Warneffektes, Mimese hingegen beschreibt einen möglichst unauffälligen Tarneffekt.
Merke
Mimese: Tarneffekt
Mimikry: Warneffekt
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Mimese
Beispiele für Mimese
Unterschied zu Mimikry
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Phytomimese
Zoomimese
Evolution
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