Das Abitur

Was ist das Abitur?

Irgendwann steht auch auf dem Gymnasium der Schulabschluss an. Bei einem früher, bei anderen etwas später. Diesen Schulabschluss nennt man "Abitur" und bezeichnet die "allgemeine Hochschulreife", befähigt also zu einem Studium an einer Hochschule oder einer Universität. Die meisten Abiturienten erlangen ihre allgemeine Hochschulreife auf einem allgemeinbildenden Gymnasium. Allerdings führt auch der Abschluss auf einem ernährungswissenschaftlichen, technischen oder einem Wirtschaftsgymnasium zur allgemeinen Hochschulreife.

Das Abitur besteht aus schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, und beinhaltet die Schulnoten der sogenannten "Oberstufe". Zusammen ergibt sich so eine Durchschnittsnote, die Abiturnote (an Universitäten spricht man vom sog. NC - numerus clausus). Die schriftlichen Abiturprüfungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Bis auf das Bundesland Rheinland-Pfalz hat allerdings jedes Bundesland sein eigenes sogenanntes "Zentralabitur". So legt beispielsweise jeder Abiturient im Bundesland Hessen die gleiche schriftliche Mathematik-Prüfung in seinem Abitur ab. Es gab schon öfter Bestrebungen das Abitur deutschlandweit zu vereinheitlichen. Bis jetzt ist es allerdings bei der bundeslandspeziefischen Lösung geblieben.

Wie läuft das Abitur ab?

Schon mit dem Beginn der sogenannten "Oberstufe", also den letzten beiden Schuljahren, befindet man sich eigentlich schon mitten im Abitur. Die eigentlichen Abiturprüfungen befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch in weiter Ferne, doch alle Halbjahresnoten der Oberstufe zählen später in die Abiturnote hinein. Erst am Ende der zweijährigen Oberstufe stehen mehrtägige Prüfungen an, die den Großteil der Abiturnote bilden. Die genaue Gestaltung des Abiturs, und in welchen Fächern das Abitur geschrieben wird ist nicht nur von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, sondern richtet sich auch stark nach Art der Schule, und Fächerauswahl des Schülers. Allerdings besteht das Abitur immer aus einem schriftlichen Block mehrerer Fächer und einem mündlichen Teil. Meistens konzentrieren sich die schriftlichen Prüfungen alle in einer Woche, was natürlich eine immense Belastung darstellt. Nach der letzten Prüfung, wenn der letzte Druck vorbei ist, steht meistens eine Party im Abriss-Stil an. Viele Schulen haben dabei regelrecht eigene Sitten und Bräuche entwickelt, oftmals kommt es zu regelrechten Exzessen. Nach einigen Wochen Korrekturzeit werden die Ergebnisse der Prüfungen bekannt gegeben, und je nach Bundesland kann es zu mündlichen Nachprüfungen kommen. Wenn auch das vorbei ist, wird das Zeugnis verliehen und oftmals folgt ein sogenannter "Abi-Scherz" sowie ein "Abi-Ball" mit dem der Jahrgang dann die Schule verlässt.

Schriftliche Prüfung

Die schriftlichen Abiturprüfungen müssen je nach Bundesland meistens in vier Fächern abgelegt werden. Unter diesen Fächern befinden sich meistens Hauptfächer und zusätzlich belegte Leistungsfächer. Dies kann aber von Bundesland zu Bundesland variieren, und ist auch von Schule zu Schule unterschiedlich. Meistens hat der Abiturient jedoch mitzubestimmen, in welchem Fach die Prüfungen abgelegt werden. Die Aufgaben in der schriftlichen Prüfung sind anspruchsvoll und zahlreich. Daher benötigen sie viel Zeit um gelöst zu werden. Diese Zeit ist im Abitur allerdings auch vorhanden. Bis zu 5 Stunden Bearbeitungszeit sind in einem Deutschabitur völlig normal. Trotzdem will diese Zeit gut eingeteilt sein, um nicht hinten raus in Zeitnot zu geraten. Viele Abiturienten bringen sich zur schriftlichen Prüfung durchaus erlaubte Hilfsmittel mit, die beispielsweise das lange Sitzen deutlich angenehmer machen. Allerdings obliegt es der Schule ob es erlaubt ist Kissen, Unterlagen oder sogar eigene Stühle mit in die Prüfung zu bringen. Vollkommen erlaubt sein sollte jedoch Verpflegung aller Art.

Die Prüfungen selbst werden oftmals in großen Räumen geschrieben, die extra für die Prüfungen vorbereitet werden. Um Betrug durch Abschreiben oder Spickzettel zu verhindern befinden sich oftmals gleich mehrere Lehrer im Raum, und die Abstände zwischen den Schülern sind gewollt sehr groß. Die Unterlagen kommen meist in einer Art Mappe daher, damit alle die Prüfung gleichzeitig beginnen können. Der Gang zur Toilette während der Abiturprüfung ist je nach Schule jedoch eine recht komplizierte Angelegenheit. Meist muss die Mappe mit den Unterlagen abgegeben werden, wenn nicht gerade schon jemand auf dem Klo ist, Zeiten des Toilettengangs werden notiert, und an vielen Schulen sitzt sogar ein Lehrer vor der Toilette und hält Wache. 

 

Mündliche Prüfung

Vielen Abiturienten graust es vor der mündlichen Prüfung. Doch hier muss unterschieden werden. Je nach Bundesland ist mindestens eine mündliche Prüfung Pflicht. Auf diese mündliche Prüfung kann man sich meistens länger vorbereiten, und man hat oft auch Einfluss auf die Themen. In Baden-Württemberg zählt diese eine mündliche Prüfung beispielsweise genau so viel in das Abitur hinein, wie eine schriftliche Prüfung.

Allerdings kann es in bestimmten Fällen auch sein, dass ein schriftlich geprüftes Fach zusätzlich noch mündlich nachgeprüft wird. Ein Beispiel dafür ist, wenn die Note der Abiturprüfung in einem Fach sehr weit von der Note der vorangegangenen Halbjahre entfernt ist, man im Klartext also eine Prüfung verhagelt hat oder beispielsweise als Mathe-Null eine unerwartete Bestnote geschrieben hat. Hier kann dann eine mündliche Nachprüfung erfolgen.